Gott ist auch ein Kellner
Wenn ich Chef wäre, dann würde ich mich bedienen lassen. Jeder irdische Machthaber macht das so. Oder hat schon jemand von euch einen hohen Politiker mit umgebundener Schürze im Restaurant bedienen sehen.
Bei Gott ist das anders. In Psalm 23 steht über ihn: "und schenkest mir voll ein."
Gott als Gastwirt
Es gibt zwei Sorten von Restaurants. Solche bei denen die Gläser knapp unter den Markierungsstrich mit der Mengenangabe gefüllt werden und solche bei denen der Pegel leicht darüber liegt. Die ersten sind knausrig die zweiten grosszügig.
Als Gastwirt ist Gott "super-Grosszügig". Er schenkt nicht nur knapp über den Strich ein. In Psalm 23 steht: "und schenkest mir voll ein."

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Gott sagt willkommen
Die Frage, ob Gott ein guter Gastgeber ist, wird im Psalm 23 beantwortet: "Du salbest mein Haupt mit Öl,..."
Das Salben der Kopfhaare mit Öl war ein übliches Begrüssungsritual für Gäste in der Zeit. Es heisst: "Willkommen, schön dass du da bist!"
Wann hast du diese Worte zum letzten Mal gehört? Von wem möchtest du sie gerne hören? Von deinem Vater? Von der Person, die du liebst? Von deinen Arbeitskollegen? Vom Buschauffeur?
Durch den Psalm 23 sagt Gott diese Worte heute zu dir: "Willkommen, schön dass du da bist!"
Ist Gott ein guter Gastgeber?
In Psalm 23.5 steht: "Du bereitest vor mir einen Tisch"
Gott als Gastgeber, der mich an seinen Tisch einlädt - das wirft Fragen auf:
Was gibt es zu essen? Vegetarisch? Oder Lamm?
Was gibt es zu trinken? Kennt Gott Coca Cola? Gibts San Pellegrino oder Evian?
Stellt Gott Wein auf? Würde es ein guter Wein sein?
Gibts ein Dessert? Vielleicht sogar Pannacotta? Kennt Gott überhaupt die italienische Küche?
Gibts ein Buffet, oder werde ich bedient? Wer würde mich bedienen?
Ein tröstlicher Stecken
Der Textabschnitt "dein Stecken und Stab trösten mich" aus Psalm 23 war für mich lange Zeit ein Rätsel. Was kann ein Stecken trösten? Ich stellte mir vor, dass Hirten ihre Stäbe benutzen, um Schafe anzutreiben und wenn nötig zu schlagen. Was soll daran tröstlich sein?
Bis ich Silvia begegnete. Sie kam aus ihren Ferien in Griechenland zurück und berichtete von einem Besuch bei einem Hirten. Fasziniert erzählte sie, wozu er den Hirtenstab benutzte. Der Hirte schlägt in regelmässigen Abständen mit dem Stab auf den Boden. Die Schafe hören das Geräusch und bringen es mit der Gegenwart des Hirten in Verbindung. In der Nacht, oder bei Nebel schlägt nun der Hirte weiter mit dem Stab auf den Boden. Dieses Geräusch beruhigt die Schafe und bewahrt sie davor, in Angst davonzulaufen und sich zu verirren. Solange sie Klopfzeichen hören, wissen sie, dass der Hirte noch in der Nähe ist.
Was sind die Klopfzeichen Gottes in deinem Leben?
Billige Pillen
Die natürliche Reaktion auf dunkle Täler im Leben heisst: "Raus hier!" Von diesem Instinkt getrieben unternehmen wir alles, um den Schmerz und das Leid nicht aushalten zu müssen. Irgendwo muss sie doch sein, diese Pille, die ich nur zu schlucken brauche, damit alles wieder gut wird.
Die Worte aus Psalm 23 sind keine billige Pille, die uns schnell aus einem emotionalen Tief herausholen. Sonst müsste da stehen: "Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du holst mich da schon schnell wieder raus."
Doch davon steht nichts. David schreibt: "Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir,"
Das Versprechen ist nicht eine schnelle Problemlösung, sondern die Tatsache, dass auch in deinen dunkelsten Stunden jemand da ist, der dich nicht verlässt.
Ich finde das im Herbstgedicht von Rainer Maria Rilke gut ausgedrückt: "Die Blätter fallen, fallen wie von weit, als welkten in den Himmeln ferne Gärten; sie fallen mit verneinender Gebärde. Und in den Nächten fällt die schwere Erde aus allen Sternen in die Einsamkeit. Wir alle fallen. Diese Hand da fällt. Und sieh dir andre an: es ist in allen. Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen unendlich sanft in seinen Händen hält."
Tim läuft
Vor einem Monat startete ich hier die Sammelaktion "Laufschuhe für Tim"
Die gesammelten 85.- habe ich Tim überwiesen und heute erreicht mich folgendes Mail:
"Hallo Philipp, keine Sorge, ich habe das Geld bekommen und war auch schon unterwegs Laufschuhe kaufen. Ich habe Dich / Euch also nicht vergessen. Das ganze Unternehmen gestaltete sich jedoch etwas schwieriger als erwartet, denn in dem Laden, wo ich die Schuhe gesehen hatte, waren sie bereits ausverkauft. Auch im Zweiten war nichts mehr zu machen und so zog sich meine Suche ein wenig in die Länge. Auch das erste mal auf der Bahn war ich mit den Schuhen schon und ich muss sagen, es läuft sich wirklich gut mit ihnen. Auch mein Körper merkt, dass da mal etwas war, dass nun wieder reanimiert wird und dass ihm lange fehlte. Zwar bin ich wohl etwas zu enthusiastisch an das Unternehmen „Laufen“ heran gegangen und habe mir zu Anfang noch eingebildet mal eben (so wie früher) 30 Runden abreißen zu können aber meine Lunge holte mich schnell wieder auf den Boden der Realität zurück. Nach 10 Runden pfiff ich aus dem letzten Loch! =-) Aber ich bleibe drann und lasse mich natürlich nicht entmutigen! Das Gefühl beim und nach dem Laufen und die Entspannung danach sind ja auch Belohnung und Reiz genug am Ball zu bleiben. Ich sende Dir / Euch aber auch auf jeden Fall noch ein Bild von mir beim Laufen und bedanke mich bis dahin bei allen Spendern und bei Dir für die wirklich schöne Aktion!
Grüsse Tim"
Wir freuen uns auf das Bild...
Wir leben nicht im Disneyland
"Und ob ich schon wanderte im finstern Tal," mit diesen Worten macht David, der Autor des 23. Psalmes, eines klar: Wir leben nicht im Disneyland!
Manchmal wünsche ich mir eine Welt, die wie ein Freizeitpark aufgebaut ist. Alle sind happy, man kann auf lustigen Achterbahnen fahren und alle paar Meter begenen einem freundlich winkende Riesenmäuse. Leider ist unsere Welt kein Freizeitpark. Menschen sind nicht immer glücklich, auf Achterbahnen wird auch geko... und unter einer Maske kann sich ein übler Gangster verstecken.
Diese Erkenntis ist entscheidend für meinen Umgang mit Leid in meinem Leben. Wenn ich davon ausgehe, dass ich in einer leidfreien Welt lebe, dann werde ich meine Not verstecken, überspielen oder verdrängen. Wenn ich aber davon ausgehe, dass die dunklen Täler auch zu meinem Leben gehören, dann kann ich positiv mit dem Leid umgehen. Ich kann dazu stehen, darüber klagen und mit anderen zusammen weinen.
Die lebendige Strasse
Das Bild von den roten und grünen Strassen hat einen Mangel: Es ist unpersönlich. Wenn Jesus von der rechten Strasse spricht, benutzt er eine ganz andere Sprache, als wir Westeuropäer sie uns gewohnt sind. In Johannes 14.6 sagt Jesus: "Ich bin der Weg..."
Die rechte Strasse ist lebendig und persönlich. Bei Jesus geht es nicht um Rot oder Grün; und erst recht nicht um das Einhalten eines Regelwerkes. Es geht um die persönliche Beziehung zu Ihm. Er selbst ist der Weg.
Der grüne Weg
Ich nehme an, dass du an irgend einem Computer sitzt. Stell dir vor, dass jetzt gerade die Fläche unter deinen Füssen in ein rot leuchtendes Licht getaucht wird. Dieses Licht breitet sich aus und färbt den ganzen Boden unter dir ein. Das Zimmer ist nun bis zur Türschwelle rot. Nun gehst du darüber hinaus in den Gang und durch das Treppenhaus bis zur Haustüre. Überall wo du hingehst, bildet sich ein Streifen von ungefähr einem Meter Breite aus leuchtend rotem Licht. An der Strasse vor deinem Haus verzweigt sich der Streifen zum ersten Mal. Ein Weg geht nach links, der andere nach rechts. Bei jeder weiteren Wegkreuzung verzweigen sich die Leuchtstreifen wieder. In deinem Kopf bildet sich das gesamte Strassennetzwerk deiner Stadt in leuchtend roten Streifen, die sich durch den Raum ziehen, ab. Falls du noch Vorstellungskraft hast, kannst du die ganze Welt mit einbeziehen, und hast das ganze Netzwerk von möglichen Strassen, die du heute gehen kannst. Ein unüberblickbares Wirrwar von Strassen, findest du nicht?
Nun stell dir vor, dass sich plötzlich der Boden unter deinen Füssen in ein leuchtendes Grün verwandelt. Du folgst dieser Farbe und bei der ersten Verzweigung siehst du, dass es rechts weiterhin grün ist und der linke Weg rot geblieben ist. So folgst du der grünen Farbe durch alle Kreuzungen hindurch – das ist dein Weg. Keine Fragen, keine Zweifel – für dich gibt es nur noch Grün oder Rot. Wir würdest du dich in solch einer Welt fühlen? Sicher oder bedrängt? Frei oder geborgen?