2008-01-31

Hat nicht jeder Gott was Gutes?

Von PK @ 10:58 [ Bergpredigt ]

"Du sollst keine anderen Götter haben neben mir!" tönt doch recht einschränkend. Soll nicht jeder selber wählen können, was er glaubt? Wo bleibt da die Toleranz?

Ich glaube nicht, dass jeder Gott etwas Gutes hat. Manche Götter können sich ganz schön übel verhalten. Zum Beispiel die hetitische Gottheit Kumarbi. In einem erhaltenen Text aus dem 14. Jahrhundert vor Christus steht: "Neun Jahre war Anu König im Himmel. Im neunten Jahr machte Anu streit mit Kumarbi. Kumarbi, des Alau Spross, machte mit Anu Streit. ... Anu entwand sich Kumarbis Hand, und er floh, der Anu, und ging zum Himmel hinauf. Ihm nach setze Kumarbi. Bei den Füssen packte er ihn, den Anu, und zog ihn vom Himmel herab. Sein Gemächt biss er ab. Seine Mannheit glitt wie Erz in Kumarbis Leib. Wie Kumarbi Anus Mannheit hinabgeschluckt, da freute er sich, da lachte er auf." (Quelle: Religionsgeschichtliches Textbuch zum AT von Walter Beyerlin, S. 177) Oder die Episode von der Göttin Inara, die ein Fest mit Fässern voll Wein und Bier feiert und dabei mit Menschen schläft und zum Schluss andere Gottheiten zu Mord- und Totschlag anstiftet.


2008-01-30

Wer sagt, was läuft?

Von PK @ 14:30 [ Bergpredigt ]

Die Diskussion mit Sici (click hier) hat mich zu folgendem Gedanken geführt:

Regeln werden von jemandem festgesetzt. Die Mutter sagt, wann der Fünfjährige zu Hause sein soll. Und wer einen Banküberfall macht, wird vom Richter ins Gefängnis geworfen. So weit so gut. Aber was wird, wenn diejenigen, die die Regeln festlegen, dabei vor allem an sich selber denken. Wenn Eltern ihre Kinder als Haussklaven missbrauchen? Oder im Staat die herrschende Elite vor allem in die eigenen Taschen wirtschaftet?

Wer Regeln festsetzt, darf dabei nicht das eigene Ego zum Massstab nehmen. Diese Haltung fordert die Bibel im ersten Gebot. Das "du sollst keine anderen Götter haben" schliesst das eigene Ego mit ein.


2008-01-29

Was zwei Monate Wandern lehren

Von PK @ 11:41 [ Bergpredigt ]

Peter Egger ist mittlerweile bis an die weissrussische Grenze gewandert. Weil sein Visum erst ab dem 16.2.08 gültig ist, wartet er auf die Einreise. Er hat Zeit, um lange Mails zu schreiben. Spannend für mich, denn so höre ich zum ersten Mal von seiner Motivation zur Reise. Peter berichtet, dass er in seiner Jugend eine Kurzbiografie von Martin Luther gelesen hat. Von da an hatte er den Wunsch, die Wahrheit zu finden, egal was es kosten würde. Er wollte die Bibel besser kennen lernen und liess sich später Anmeldeformulare für theologische Ausbildungen zusenden. Die Papiere liess er liegen. Er hatte Angst, fremdbestimmt zu werden. Dafür nahm er den Text aus Matthäus 6.25 wörtlich: "Macht euch keine Sorgen um euren Lebensunterhalt, um Essen, Trinken und Kleidung. Leben ist mehr als Essen und Trinken, und der Mensch ist wichtiger als seine Kleidung." So läuft er nun um die Welt. Sein gesamtes Gepäck trägt er auf dem Körper oder in einer Seitentasche. Bis jetzt schlief er fünf Nächte in einem Bett und 62 Nächte auf freiem Feld. Im Regen und auch im Schnee.

Was er bist jetzt gelernt hat? Er schreibt davon, wie er seine Vergangenheit verarbeitet und seine Erinnerungen in ein Heft geschrieben hat. Und eine Weisheit hat er auch schon gewonnen: Eltern sollen ihre Kinder lieben und loben! Und das nicht wegen ihrer Taten sondern wegen ihres Lebens und ihrer Gesundheit.

Eigentlich kein schlechter Ertrag für zwei Monate Wandern - oder?


2008-01-24

Was ist das Gute an den 10 Geboten

Von PK @ 12:01 [ Bergpredigt ]

Die Absicht der 10 Gebote ist es, die Freiheit zu erhalten. Diese Grundhaltung muss auch unser Denken über die 10 Gebote prägen. Ich frage mich deshalb bei jedem Gebot, was denn jetzt das Befreiende daran ist. Bei manchen Geboten ist das offensichtlich. In einer Gesellschaft, in der "du sollst nicht töten" nichts gilt, leben die Menschen in Angst und Schrecken.

Bei anderen Geboten ist das Befreiende auf den ersten Blick nicht zu sehen. So zum Beispiel beim ersten Gebot: "Du sollst keine anderen Götter haben neben mir!" (2. Mose 20.3). Klingt doch eher nach Einschränkung als nach Befreiung - oder?


2008-01-23

Spielverderber oder Lebensretter

Von PK @ 20:01 [ Bergpredigt ]

Ob ich die 10 Gebote als Spielverderber oder als Lebensretter empfinde, tut zuerst einmal nichts zur Sache. Wichtiger ist die Absicht des Schreibers. Wozu wurden die 10 Gebote aufgeschrieben? Zum spielverderben oder lebenretten?

Die Antwort auf diese Frage findet sich ganz offensichtlich im Bibeltext. Wenn wir nämlich das Kapitel mit den 10 Geboten von Beginn weg lesen, steht da: "Ich bin der Herr dein Gott, der ich dich aus Aegyptenland aus der Knechtschaft, geführt habe."

Die 10 Gebote wurden einem Volk anvertraut, das soeben aus dem Sklavendienst befreit wurde. Ihr Ziel ist es, die Freiheit zu bewahren und nicht in eine neue Knechtschaft zu führen.


2008-01-22

Sind Gebote nicht lästig?

Von PK @ 15:32 [ Bergpredigt ]

Warum Gebote? Wir sind doch nicht mehr in der Schule und jeder soll tun und lassen dürfen was er will!

Ich unterscheide zwischen zwei Arten von Geboten:

Zum einen sind das die Spielverderbergebote. Nachts auf einem Kinderspielplatz herumzutollen ist lustig. Wenn dann ein Securitas-Wachmann mit seiner Taschenlampe und strenger Stimme für Ruhe sorgt, ist das ärgerlich. Ist Gott solch ein Spielverderber, der verbietet, was Spass macht? 

Zum anderen sind das die Lebensrettergebote. Wenn der Bergführer befiehlt, dass auf der ganzen Skitour das Lawinensuchgerät eingeschaltet bleiben muss, dann ist er kein Spielverderber. Es ist leicht zu erkennen, dass dieses Gebot das Leben retten kann. Sind die 10 Gebote, solche Lebensretter, die uns davor bewahren dass wir ins Chaos abgleiten?

Wie denkst du über die 10 Gebote? Spielverderber oder Lebensretter?


Start der neuen Kategorie zu den 10 Geboten

Von PK @ 15:24 [ Bergpredigt ]

Letzten Sonntag habe ich eine Jahres-Predigtesrie über die 10 Gebote gestartet. Jeden Monat eine Predigt über einen Abschnitt aus 2. Mose 20. Einige Gedanken dazu stammen aus dem Buch von Bill Hybels "Gebote des Herzens" (ISBN: 978-3-86591-827-7), welches ich zum Lesen empfehle. Hier im Blog werde ich meine Gedanken, die ich mir dazu mache, weitergeben.


2008-01-17

Bis nach Polen gelaufen

Von PK @ 09:24 [ Bergpredigt ]

Peter Egger hat sich am 20.11.07 auf den Weg gemacht, um zu Fuss die Welt zu umrunden. Er hält durch und kommt vorwärts. Das letzte Infomail, das ich von ihm erhalten habe, schrieb er aus Frankfurt an der Oder. Mittlerweile hat er sicher die Grenze zu Polen überschritten und läuft mit durchschnittlich 30-50 Km pro Tag in Richtung Moskau.

 

Spannend finde ich seine Ausrüstung:

- Die Hosen sind so genäht, dass er sie auch als Schlafsack benutzen kann. Dazu muss er eine Verlängerung bei den Füssen herunterklappen und zusammenbinden.

- Sein Mantel hat auch eine doppelte Funktion. Mit den Tragriemen seiner Seitentasche kann er ihn als Hängematte benutzen und bequem darin schlafen.

- Darüber trägt er einen Poncho, den er auch als Zeltplane über seine Hängematte spannen kann.

- Noch eine Bemerkung zur Unterwäsche: Peter ist mit vier Paar Socken und zwei Paar Unterhosen unterwegs - Was braucht ein Mann mehr?

 


2008-01-16

Die andere Erwartung

Von PK @ 09:23 [ Aktuell: ]

Erwartungen formulieren - und dann enttäuscht sein, wenn sie nicht erfüllt werden. Das kann ich gut. Aber wirklich glücklich macht das nicht. Jesus schlägt einen anderen Weg vor. In Matthäus 11.29 sagt er: "Lasst euch von mir in den Dienst nehmen, und lernt von mir! Ich meine es gut mit euch und sehe auf niemanden herab. Bei mir findet ihr Ruhe für euer Leben. Mir zu dienen ist kein Bürde für euch, meine Last ist leicht."

Was wäre, wenn ich nicht länger von Gott erwarten würde, dass er mir meine Wünsche erfüllt? Wenn ich anfangen würde, von Gott zu erwarten, dass er mich in seinen Dienst nimmt?

Johannes Rau hat einmal gesagt: "Dies ist eine verbesserliche Welt. Weil Gott diese Welt liebt, dürfen wir sie nicht lassen, wie sie ist."

Bist du bereit, von Gott zu erwarten, dass er dich dazu braucht?

 


2008-01-15

Erwartungsdruck

Von PK @ 15:51 [ Aktuell: ]

Ist es nicht auch so, dass meine Erwartungen an Gott ganz anstrengend sind. Zum Beipiel die Erwartung, dass mein Leben besser wird. Ich erwarte Gesundheit, Motivation, Lebensfreude, gute Ideen, mehr Anerkennung und jeden Tag ein nettes Geschenk auf meinem Schreibtisch. 

Manchmal legen wir uns mit unseren Erwartungen auch eine Last auf. Das Problem ist, dass wir die Erwartungen eigentlich an uns und an unsere eigene Kraft stellen. Wir erwarten zuviel von uns selbst.

Für alle die, die unter ihren Erwartungen an sich selbst und den Erwartungen an Gott, die Menschen und das Leben im allgemeinen leiden, kommt am Schluss des elften Kapitels im Matthäusevangelium eine gute Botschaft von Jesus: "Kommt alle her zu mir, die ihr euch abmüht und unter eurer Last leidet! Ich werde euch Ruhe geben. Lasst euch von mir in den Dienst nehmen, und lernt von mir! Ich meine es gut mit euch und sehe auf niemanden herab. Bei mir findet ihr Ruhe für euer Leben. Mir zu dienen ist keine Bürde für euch, meine Last ist leicht."


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