Doch noch ein Bild von Gott
In den letzten sechs Blogeinträgen habe ich versucht zu zeigen, dass kein Bild von Gott vollkommen ist. Nun der folgende Bibeltext:
"Nachdem Gott vorzeiten vielfach und auf vielerlei Weise geredet hat zu den Vätern durch die Propheten, hat er in diesen letzten Tagen zu uns geredet durch den Sohn, den er eingesetzt hat zum Erben über alles, durch den er auch die Welt gemacht hat. Er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens und trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort und hat vollbracht die Reinigung von den Sünden und hat sich gesetzt zur Rechten der Majestät in der Höhe." (Hebräerbrief 1.1-3)
Es gibt also doch ein Bild von Gott: Der Sohn. Jesus ist das Bild, dass Gott uns von sich gegeben hat. Doch nun kommt gleich die nächste Frage: Welchen Jesus nehmen wir uns nun als Bild?
Das Baby in der Krippe?
Der grosse Prediger?
Der Wundertäter?
Der Cowboy-Typ, der mit seinen Kumpels durch die Gegend zieht?
Der Theologe?
Der verspottete und geschlagene?
Der ans Kreuz gehängte?
Der Auferstandene?
Der Verherrlichte?
Der Wohlfühlgott
Ein bisschen Sport, gut Essen und dann zur Entspannung in einen Whirlpool sitzen - Da schlagen bei den meisten Menschen die Wohlfühlanzeigen in den grünen Bereich aus. Bei dir auch?

Gehörst du auch zu denen, bei denen Gott fürs Wohlfühlen verantwortlich ist. Der Daddy im Himmel soll gefälligst dafür sorgen, dass ich glücklich bin - sonst kann er mir ganz gestohlen bleiben!
Gott in der Natur
Viele Menschen begegnen Gott in der Natur. Staunend vor der Pracht der Berge, oder demütig vor der Macht der tosenden Wellen am Meeresstrand. Und wer beim Betrachten des sternenklaren Nachthimmels sich nicht nach der Ewigkeit sehnt, ist ein Narr.
Dass die Natur uns Gottes Wesenszüge offenbart, schrieb schon der Apostel Paulus im Römerbrief nieder: "Gott ist zwar unsichtbar, doch an seinen Werken, der Schöpfung, haben die Menschen seit jeher seine göttliche Macht und Grösse sehen und erfahren können." (Römer 1.20)
Ist nun aber die Natur das vollkommene Bild von Gott? Was kann ich in der Natur von Gottes Barmherzigkeit erfahren? Wo erkenne ich seine Güte? Und woher kann ich wissen, wie Gott zu mir steht?
So sind wir wieder beim zweiten Gebot angekommen: Auch die Natur ist kein vollkommenes Bild von Gott.
Feuerwehr-Gott
Ist Gott für dich ein Feuerwehrmann? An gewöhnlichen Tagen sitzt er auf der Feuerwache und putzt das Fahrzeug oder repariert die Schläuche. Das ist gut so, aber weiter interessierst du dich nicht für ihn. Wenn es aber einmal brennt, dann erwartest du, dass er sofort mit Sirenen und Blaulicht vor deinem Haus steht und dich rettet.
G uter O pa T otal T aub
"Liebgott, bruchsch es Hörgrät, bruchsch e Brille?" (Lieber Gott brauchst du ein Hörgerät oder eine Brille?) So tönt es in einem Schweizer Mundartsong.
Vielleicht trifft dieses Lied dein Gottesbild? Gott ist für dich ein altersschwacher, geistig abwesender Grossvater. Total gutmütig und ausgeglichen. Das aber nur darum, weil ihm die Welt um sich herum gleichgültig geworden ist. Was wir Menschen tun oder lassen interssiert ihn einfach nicht.
Ist Gott ein schlechter Reiseberater?
Zu deinem Geburtstag leistest du dir etwas Besonderes: Eine schöne Reise! Nachdem du dienen Kontostand gecheckt hast, gehst du ins Reisebüro. Inmitten von bunten Prospekten vermittelt dir der nette Reiseberater eine vielversprechende Kreuzfahrt. Und schon bald säuselt dir die Meeresbrise um die Ohren und du besteigst das Schiff. Die erste negative Überraschung ist, dass du deine Kajüte mit drei anderen teilen musst. Dummerweise sind es Mitglieder der Crew, die im Maschinenraum Schicht arbeiten. Es stinkt nach Öl, Schweiss und das Licht wird in der Nacht alle zwei Stunden angemacht. Also verbringst du die Nächte in der Bar und bestellst irgendwelche billigen Cocktails. Als sich langsam die Seekrankheit bemerkbar macht, spürst du eine kurze Erschütterung des Schiffes. Einige Zeit später klingeln Alarmglocken und allerelei Menschen in Schwimmwesten wirbeln um dich herum. Sie schwafeln etwas von "Eisberg" und "zuwenig Rettungsboote". Vor deinem inneren Auge taucht der Reiseberater auf, der dir mit einem Lächeln auf dem Gesicht die Fahrkarte für die Jungfernfahrt der Titanic verkauft hat. Und du denkst: "Was für ein A...!"
Ist Gott für dich so ein Reiseberater? Er hat dir das Ticket für dieses Leben verkauft und nun fühlst du dich verschaukelt.
Das zweite Gebot
"Du sollst dir kein Bildnis machen..." 2. Mose 20.4
Hast du schon einmal probiert, mit einer Trillerpfeiffe den Boléro von Ravel zu pfeifen?
Oder hast du schon versucht, mit deinem Schweizer Sackmesser, einen der neuen Airbus A380 zusammenzubauen?
Oder gehörst du zu denen, die vom Sofa aus, die Welt in einem Satz erklären können?
Ebenso unmöglich ist es, den lebendigen, unendlichen und transzendenten Gott mit toten, endlichen und irdischen Bildern einzufangen. Darum: Lass es bleiben!
Hunger nach Gott
Jeder Mensch hat einen Hunger nach Gott. Vielleicht drückst du es anders aus: Das Transzendente, das Ewige, das Leben oder das Spirituelle. Diese Sehnsucht kann nur durch etwas gestillt werden, das selbst auch ewig, lebendig und geistlich ist.
Wenn du anfängst, diese Sehnsucht mit Dingen zu stillen, die materiell, endlich und tot sind, dann wirst du enttäuscht bleiben. Das schöne Haus und die tollen Ferien werden deinen Hunger nicht befriedigen.
Es ist wie bei diesem Puzzle-Spiel für Kinder, bei dem man ein geformtes Teil in das passende Loch stecken muss. Der Stern gehört ins sternförmige Loch. Ebenso haben wir Menschen in uns ein Loch, in das nur der lebendige Gott passt. Alles andere lässt uns hungrig zurück.
Falsche Götter
Was sind die falschen Götter Heute?
Einer von ihnen heisst Ego. Das hungrige, machtorientierte und rücksichtslose Selbst. Der eigene Vorteil wird zum Massstab für Gut und Böse. Auf dem Altar dieses Gottes werden heute Beziehungen und Familien geopfert.
Mir geht es dabei nicht gegen einen gesunden Selbstwert. Ich darf stolz darauf sein, was Gott alles in mich gelegt hat und mich demenstprechend auch entfalten. Solange ich dabei nicht den Blick für die anderen verliere. "Niemand von uns lebt für sich selbst", diese Worte aus dem Römerbrief gelten noch heute.
Bilogieunterricht
Gestern habe ich für die Jugendarbeit ein Video zusammengebastelt. Hier das Resultat:
Video anschauen