Wie werde ich ein Star?
Diese Frage zu klären bemüht sich in letzer Zeit eine ganze Anzahl von Jungtalenten, Juroren und Fernsehproduzenten in Gefässen wie "Musicstar", "DSDS", "GNTM" und "!".
Zur Zeit von Jesus gab es noch keine Castingshow um in die Liga der TOP-Wanderprediger aufzusteigen. Kein Wunder also, dass Jesus so ziemlich alles falsch gemacht hat. Zum Beispiel der Einstieg in seine Antrittspredigt. Für seine ersten öffentlichen Worte wählte Jesus: "Glücklich sind, die erkennen, wie arm sie vor Gott sind, denn ihnen gehört die neue Welt Gottes." (Mt 5,3) Damit stösst er die gesamte religiöse Elite der damaligen Zeit vor den Kopf. Wer den Frommen sagt, dass ihr Frommsein vor Gott nichts gilt, schafft sich keine Freunde.
Das ist ungefähr dasselbe, wie wenn ein Kanditat von DSDS sich als erstes breit vor der Jury hinstellt und sagt: "Ich finde, dass Dieter Bohlens übergrosse Schnauze in keinem Verhältnis zum Volumen seines Stechmückenhirns ist!" (1)
Oder wenn eine Kandidatin aus GNTM Heidi Klum mit folgenden Worten anlächelt: "Sie erinnern mich an meine Kreditkarte - glänzt schön, hat aber nichts drauf!" (2)
(1) und (2): Es ist ja nicht so, dass ich den Dieter und die Heidi nicht mögen würde. Ich finde sie unterhaltsame Zeitgenossen und würde sie jederzeit gerne zu einem Abendessen bei mir zu Hause einladen. Aber ich versuchte den vorgestellten Castingteilnehmern Worte in den Mund zu legen, die annähernd an die Schärfe der Worte herankommen, mit denen Jesus zu seiner Zeit die religiöse Elite verärgerte. z.B. Mt 23,27: "Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer! Ihr seid wie die gepflegten Grabstätten: von außen sauber und geschmückt, aber innen ist alles voll stinkender Verwesung."
Der Weg ins Leben ist ein verschlungener Pfad
Letzten Samstag besuchte ich aufgrund des immer dicker werdenden Bauches meiner Frau einen Geburtsvorbereitungskurs. Dieses private Ereignis hat eine Erkenntnis zu Tage gefördert, die vielleicht von allgemeinem Interesse ist:
Das Becken hat einen Durchgang, durch den das Baby passt. Doch dieser Durchgang ist keine glatte Röhre, sondern eine Kombination von verschieden-ovalen Knochenformen. Das Baby muss sich hindurchwinden, wenn es das Licht der Welt erblicken will.
Der erste Weg, den wir als Menschen gehen, ist ein verschlungener Pfad.
Ich glaube, dass uns diese Tatsache etwas zu sagen hat - oder?
Der Berg bei Kinneret
Der Kommentator des vorletzten Beitrags hat zur Klärung aller Unsicherheiten ein Bild des fraglichen Berges eingesandt:
voilà:
Ein etwas schmalbrüstiger Berg, zugegeben, aber für die "Universelle Bergerfahrung" reicht es allemal, oder?
Weitere Infos zum Berg gibts hier
Die "Universelle Bergerfahrung"
Im Kommentar zum letzten Beitrag wurde die Frage aufgeworfen, auf welche Art von Berg Jesus mit seinem Gefolge gestiegen ist.
Ob solch ein Berg wie dieser hier gemeint ist:
(Sicht auf den Mont Blanc vom Mont Fort aus)
Oder so einer:
(Unbekannter Berg im heutigen Israel, aus den Ferienfotos eines Freundes)
Die Tatsache, dass Jesus wahrscheinlich Sandalen und keine Bergschuhe mit Steigeisen getragen hat, spricht eindeutig für die zweite Variante.
Abgesehen davon gibt es in meinen Augen so etwas wie eine "Universelle Bergerfahrung". Das sind Gefühle, die bei jeder Bergbesteigung erlebt werden, egal ob es sich um den Mont Blanc, oder auch nur um einen kleinen Schutthaufen handelt.
Zur "Universellen Bergerfahung" gehört:
Anstrengung: Man stolpert nicht zufällig auf einen Berg. Es braucht Willen und Durchhaltevermögen. Dasselbe gilt für das Lesen der Bergpredigt. Das ist keine süsse Bettlektüre, sondern herausfordernde Aufforderung zum Handeln.
Einsamkeit und Ruhe: Weg vom Trubel, Lärm und dem Staub des Tales. Wo weniger Ablenkung ist, findet die Seele eher zur Ruhe und Konzentration.
Neue Perspektive: Der erhöhte Blickwinkel lässt Bekanntes in neuem Licht erscheinen. Der Horizont weitet sich, Neues wird sichtbar.
Was gehört für dich auch noch zur "Universellen Bergerfahrung"?
Start in die Bergpredigt
Jesus ist unterwegs. Mit ihm eine grosse Menge verschiedenster Menschen. Sie sind begeistert, weil sie erlebt haben, wie Jesus Kranke geheilt hatte (Matthäus 4.23-25). Jesus sieht die vielen Menschen, die ihm nachfolgen. Er will zu ihnen sprechen. Dazu steigt er auf einen Berg und ruft seine engsten Begleiter zu sich. Zu ihnen spricht er. Die Bergpredigt ist also zuerst ein Unterricht für seine Schüler. Die Menschenmenge ringsum ist aber davon nicht ausgeschlossen. Sie hören ebenfalls zu. Am Ende der Bergpredigt (7.28) ist beschrieben, wie die Worte von Jesus alle Anwesenden aufgerüttelt haben. Die Lehre von Jesus ist also kein Geheimwissen für Auserwählte. Aber sie ist ebensowenig pure Unterhaltung für die Massen.
Es gibt demnach zwei Standpunkte, wie ich die Bergpredigt lesen kann: Aus der Warte der Beobachter, oder aus der Warte der Nachfolger? Beobachter wollen hören und sehen. Die Nachfolger sind bereit auch etwas zu tun.
Zu welcher Gruppe zählst du dich?
Start zum Knoten
Eine Predigtserie, die das kommende Jahr prägen wird, halte ich zur Bergpredigt von Jesus. Dieser Abschnitt aus dem Matthäusevangelium (5-7) hat es in sich. Vieldiskutiert und doch nie geknackt. Was wollte Jesus damit wirklich sagen? Hat er das mit dem Hinhalten der anderen Backe wirklich so gemeint? Hat er es selber praktiziert? Sollen wir das auch tun? Nicht zurückschlagen? Den Bösen gewähren lassen? Ungerechtigkeit erdulden? Sich ausnützen lassen?
Für mich ist die Bergpredigt ein Knoten, den zu lösen ich bisher nicht geschafft habe. Und um keine falschen Hoffnungen zu schüren, habe ich auch nicht vor dies zu schaffen. Aber ein bisschen daran rumzupfen und darüber nachdenken will ich schon - hier in dieser Blogkategorie.