2009-08-20

Liebesbrief von Gott

Von PK @ 13:23 [ Aktuell: ]

Heute Morgen früh war ich mit Werbeflyern für unseren Alphalive-Kurs unterwegs. Ein Briefkasten hat mich mit einer besonderen Aufschrift überrascht:

 

Werbung habe ich keine eingeworfen und für einen persönlichen Liebesbrief kenne ich die Leute zu wenig. Trotzdem möchte ich den Wunsch nach einem parfümierten Liebesbrief ernst nehmen. Der einzige, der für so Etwas in Frage kommt, ist Gott. Wenn einer von sich sagt, dass er die ganze Welt liebe, dann muss doch auch ein parfümierter Liebesbrief in diesem Briefkasten landen - oder?

Was würde Gott denn schreiben? Was steht in einem Liebesbrief von Gott? Hier eine mögliche Variante zur Diskussion. Änderungsvorschläge nehme ich gerne entgegen. Die definitive Variante werde ich auf ein schönes Papier schreiben und dann bei Gelegenheit in diesen Briefkasten werfen.

 

Liebesbrief von Gott:

Mein liebes Kind,

wahrscheinlich erstaunt es dich, dass du von mir einen Brief erhältst - und erst noch einen parfümierten! Ich habe dich jetzt schon längere Zeit beobachtet – länger, als du denkst. Ich weiss, es tönt verrückt, aber ich habe mich schon über dich gefreut, als du noch nicht geboren warst. Und als deine Mutter in den Wehen lag, habe ich mitgefiebert. Ich kenne dich ganz genau. Ich weiss, wann du aufstehst, wo du hingehst, was du arbeitest, wann du müde wirst und dich wieder schlafen legst. Ich habe mir sogar die Mühe genommen, die Haare auf deinem Kopf zu zählen ;-). Und was ich dir schon lange sagen wollte ist dies: Ich liebe dich! Wenn ich an dich denke, freue ich mich riesig. Ich wünsche mir nichts mehr, als dich in die Arme zu nehmen und so richtig durchzuknuddeln. Ich will immer bei dir sein und mich für dich einsetzen. Ich weiss, dass die Dinge nicht immer rund gelaufen sind. Es tut mir so weh, wenn ich dich weinen sehe. Ich will, dass du weisst, dass ich in diesen Momenten mit dir weine. Ich kann dir jetzt noch nicht alles erklären, aber du sollst wissen, dass ich dich nie alleine lasse. Und ich verspreche dir, dass ich eines Tages jede Träne von deinen Augen abwischen werde. Wenn ich an die Zukunft denke, bin ich voller Hoffnung und Freude. Wenn du wüsstest, was ich alles noch mit dir vorhabe...!!! Ich habe mehr gute Gedanken über dich, als es Sand am Meeresstrand gibt. Das alles und noch viel mehr habe ich dir jetzt einfach einmal sagen wollen. Ich weiss nicht, wie du darauf reagieren wirst. Aber selbst wenn du mein Angebot ablehnst und dieser Liebesbrief im Müll landet, musst du wissen, dass mich nichts von meiner Liebe zu dir abbringen kann. Ich werde nie aufhören, dich zu lieben!

Dein himmlischer Vater

 

 

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Alle Aussagen dieses Briefes sind so oder ähnlich in der Bibel zu finden.

Inspirationsquellen sind hier und hier zu finden.

 

 


2009-08-13

Metallfeder im Käse

Von PK @ 11:01 [ Aktuell: ]

Am 9. Mai 2009 produziert der Käser Daniel Stalder in Riggisberg Emmentaler Käse. Während eines Arbeitsschrittes reisst ein Draht und eine kleine Metallfeder fällt in den Kessel mit dem Käse. Es ist unmöglich sie herauszufischen. Darum beendet Daniel Stalder  seine Arbeit wie gewohnt und produziert an diesem Tag sieben grosse Laiber Emmentalerkäse zu je 95 Kilogramm. In einem davon steckt die Metallfeder – bloss in welchem?

 

Um den Käse zu verkaufen, muss die Feder gefunden werden. Daniel Stalder hat eine Idee. Er ruft beim Flughafen Bern-Belp an und fragt, ob er die Käselaiber durch die Gepäckröntgenmaschine untersuchen lassen darf. Die Flughafenbetreiber glauben zuerst an einen schlechten Scherz, lassen sich aber dann doch von der Ernsthaftigkeit des Problems überzeugen und erlauben die Käseuntersuchaktion. Am 8. August 2009 hat der Käse die nötige Reife, dass man ihn transportieren kann, und die sieben Laiber rollen durch die Röntgenmaschine. Mit Erfolg - die Metallfeder erscheint auf dem Bildschirm und der betroffene Käse kann aussortiert werden.

Dieser Käse ist für mich ein Bild für die menschliche Seele. Auch da gibt es Unrat, der ungeniessbar macht. Unvergebene Schuld, Hartherzigkeit oder Rachegefühle um nur einige zu nennen. Um sie aufzuspüren und unschädlich zu machen braucht man keine Gepäckröntgenmaschine. Das ist das Angebot Gottes, von dem der Prophet Daniel sagt: "Er offenbart das Tiefe und das Verborgene; er weiß, was in der Finsternis ist, und bei ihm wohnt das Licht."

 

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Bibeltext: Daniel 2.22 (ELB)

Symbolbild: Wikimedia Commons; Dominik Hundhammer


2009-08-08

Das hässlichste Tier

Von PK @ 08:53 [ Bergpredigt ]

Wir Menschen beurteilen andere gerne nach dem Äusseren. Wichtig ist die Schönheit, die gekämmten Haare und die guten Kleider. Wenn es bei Tieren einen Schönheitswettbewerb geben würde, dann bin ich nicht sicher, wer den gewinnen würde: Vielleicht das Pferd - oder doch der Delfin. Es würde ein harter Kampf um den ersten Platz.

Beim letzten Platz hingegen bin ich mir sicher. Es gibt ein Tier, das mit Abstand das hässlichste ist. Es ist der Nacktmull.

 

Diese Tiere sehen wirklich hässlich aus. Sie haben spärlich Haare, kaum Augen und Ohren, eine Schlabberhaut und hervorstehende Zähne. Der Nacktmull ist etwa so gross wie eine Ratte und kommt in Halbwüsten in Ostafrika vor. Er lebt in unterirdischen Gangsystemen und verfügt über ein paar ganz aussergewöhnliche Fähigkeiten. Seine einzelnen langen Haare dienen ihm zum Tasten und sich orientieren. Er kann genau so schnell vorwärts wie auch rückwärts durch die Gänge laufen. So ein Rückwärtsgang hat sonst kaum ein Tier! Speziell ist ebenfalls, dass er enorm starke Kaumuskeln hat. Diese Muskeln machen einen Viertel der gesamten Muskelmasse aus. 

 

Seine Nagezähne braucht er nicht nur zum Essen, sondern vor allem als Baggerschaufeln. So kann er sich auch durch harte Böden arbeiten und seine Gänge graben. Spannend ist, dass er eine besondere Hautfalte hat, die sich beim Baggern über den Mund legt, damit er keinen Dreck verschluckt. Die Zähne wachsen übrigens lebenslang laufend nach. Ein aussergewöhnliches Tier – oder?

Und es gibt noch zwei Besonderheiten mehr, die unter allen Säugetieren auf der Welt nirgends zu finden sind. Zum einen ist es seine Schmerzunempfindlichkeit. Nacktmulle reagieren überhaupt nicht auf Verletzungen. Die Schmerzsensoren sind zwar da, aber offenbar wird nichts ans Hirn weitergeleitet, oder die Informationen können nicht verarbeitet werden. Das andere, was unter Säugetieren einmalig ist, ist die Tatsache, dass die Nacktmulle einen Staat bilden. Ähnlich wie Bienen oder Ameisen gibt es bei ihnen eine Königin, die als einzige Junge Nacktmulle gebärt. Für alle anderen gibt es eine klare Aufgabenteilung nach Lebensalter. Die Jungen helfen bei der Babypflege mit. Die Mittelalterlichen graben die Gänge und transportieren das gefundene Futter und die älteren und grösseren Tiere bewachen die Ausgänge damit keine Feinde, wie zum Beispiel Schlangen, in den Bau kommen. Solche Nackmull-Kolonien bestehen manchmal aus mehreren hundert Tieren, die alle fürs gemeinsame Überleben zusammenarbeiten.

Von Aussen gesehen sind die Nacktmulle wirklich hässlich. Wer von uns möchte schon so einen als Haustier! Aber wer meint, dass dieses hässliche Tier deswegen weniger Wert ist als andere, täuscht sich mächtig. Es hat Fähigkeiten mit denen es alle anderen in den Schatten stellt. Da können wir doch etwas Wichtiges Lernen. Wir Menschen beurteilen einander so oft nach der äusseren Erscheinung und vergessen dabei, dass das nur die Oberfläche ist. Die Haarfarbe sagt zum Beispiel noch gar nichts darüber aus, ob die Person ein guter Freund ist und ob sie ein Geheimnis behalten kann. Der erste Eindruck kann täuschen. Darum ist es gut, wenn wir uns die Worte zu Herzen nehmen, die Gott im ersten Samuelbuch zu Samuel gesagt hat: „Für die Menschen ist wichtig, was sie mit den Augen wahrnehmen können; ich dagegen schaue jedem Menschen ins Herz.“

 

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Bilder: commons.wikimedia.org

Bibeltext: 1. Samuel 16.7 (HFA)