2009-10-23

Der spannende Gott

Von PK @ 15:00 [ Bergpredigt ]
Mit dem Widerspruch in der Anrede "Unser Vater im Himmel!" ist Jesus kein ärgerlicher Fehler unterlaufen. Die Sache ist durchdacht. Schon in den vorangehenden Versen baut Jesus das Thema auf. In Vers fünf und sechs sagt er, dass wir unsere Gebete persönlich und von Herzen an Gott richten sollen. Wir sprechen mit einem nahen Vater. In Vers sieben weist er uns an, Gott mit unseren Gebeten nicht zu manipulieren. Gott passt nicht in unsere Hosentasche, sondern ist eben auch "im Himmel". Diese Struktur von "nahe-fern" entdecke ich auch im Gebet selber. Die ersten drei Aussagen des Gebets beginnen mit "dein Name - dein Reich - dein Wille". Erst nachher kommen die Bitten mit "unser Brot - unsere Schuld - erlöse uns". Jesus stellt uns in der Bergpredigt also bewusst diesen unfassbaren Gott vor, der gleichzeitig nahe und fern ist. Er pflegt den Widerspruch in dem Sinne, dass er jedem Bild von Gott widerspricht. Gott ist nie nur so wie wir ihn uns vorstellen, sondern immer auch noch anders - grösser, lebendiger und spannender.

2009-10-22

Der Widerspruch im "Unser Vater"

Von PK @ 10:41 [ Bergpredigt ]

Das meistgesprochene Gebet der Christen ist neben "Oh, Mist!" und "Hilfe!" wohl das "Unser Vater", wie es Jesus in Matthäus 6 lehrt. Die wenigsten sind sich bewusst, dass sie mit der Anrede in der ersten Zeile einen unmöglichen Gott ansprechen. "Unser Vater im Himmel!" lautet der Text, der jedem Atheisten genügend Munition liefert um sich über die Gläubigen lustig zu machen. "Unser Vater" ist nahe, persönlich und menschlich. "Im Himmel!" ist unbegrenzt, erhaben und allmächtig. Beides zusammen geht nicht - oder?


2009-10-13

Beten ohne Publikum

Von PK @ 10:00 [ Bergpredigt ]

"Betet nicht wie die Heuchler! Sie beten gern in den Synagogen und an den Straßenecken, um gesehen zu werden. Ich sage euch: Diese Leute haben sich ihren Lohn schon selber ausbezahlt! Wenn du beten willst, geh in dein Zimmer, schließ die Tür hinter dir zu, und bete zu deinem Vater. Und dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird dich dafür belohnen." (Matthäus 6.5+6)

 

Beim Beten geht es nicht ums Publikum. Wer betet sucht nicht den Auftritt um seine eigene Frömmigkeit vor anderen zur Schau zu stellen. Es geht um Gott. Wer betet pflegt die Beziehung mit dem himmlischen Vater: Persönlich, echt und nahe.

Deswegen sind für mich die besten Gebete nicht die wohlformulierten und gut durchdachten, sondern die, die von Bedürftigkeit und Anhänglichkeit zu Gott zeugen. Gebete die von Herzen kommen sind Gebete, die im Herzen gesprochen werden. Darum hier die Anweisung von Jesus, dass wir zum Beten in ein Zimmmer gehen und die Tür hinter uns schliessen sollen. Die persönliche Beziehung zu Gott soll mein Gebet prägen und nicht die Zuhörer.

Bete zu Gott! Und lass die Anderen denken was sie wollen!

 

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Bild: www.photocase.com